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Unser Regenwald - Ist Soja der wahre Feind?🌴

December 7, 2022

Wir alle haben von ihm gehört: dem wunderschönen und artenreichen Regenwald. Dabei muss man wissen, dass es diesen nicht nur in Brasilien gibt, sondern auch in Indonesien, Norwegen, und etlichen anderen Regionen, an die du womöglich nicht gleich gedacht hast!

Wertvoll sind sie alle, jedoch ist das faszinierende Ökosystem gefährdet.

Eine 10 Millionen Quadratkilometer Fläche, oder eine Waldfläche in der Größe Europas, wurden in den letzten 40 Jahren bereits vernichtet.

In etwa genauso viel, also cirka 1,5 Milliarden Fußballfeldern, sind noch übrig. Die grüne Lunge unserer Erde speichert 2 Milliarden Tonnen an CO₂ jährlich und macht somit ⅓ des globalen Kohlenstoffspeichers aus. Laut dem Waldforum der Vereinten Nationen produziert der Regenwald 40% unseres Sauerstoffs. Des Weiteren wird geschätzt, dass mehr als 2,5 Millionen Arten dort ihr Zuhause finden.

Die Abholzung geht rasant voran, worunter vor allem seltene Arten leiden. Etliche von ihnen sterben aus, bevor wir sie entdecken können.

Ein Problem dabei ist, dass es bei Ökosystemen sogenannte Kipppunkte gibt. Du kannst dir das so vorstellen: Schiebt man ein Glas mit Wasser ein Stück über den Tischrand, passiert nichts. Schiebt man es jedoch ein Stück weiter, wird es fallen und das Glas bricht. Rückgängig machen kann man das leider nicht mehr.

So einen Kipppunkt hat auch der Regenwald. Das Verschwinden des Regenwaldes führt nicht nur zu einer verringerten CO₂-Aufnahme, sondern kann sogar dazu führen, dass mehr CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt wird, als aufgenommen werden kann. Ein weiteres Problem ist, dass mit zunehmendem Baumverlust der Niederschlag vor Ort zurückgeht. Dadurch trocknet der Boden aus und der Wald wird geschwächt. Er wird leichter anfälliger für Krankheiten, Schädlinge und Brände. Diesen Stressfaktoren können manche Baumarten nicht standhalten.

Kipppunkte sind meist weniger als Punkte und mehr als Bereiche zu verstehen. Wo genau diese liegen, ist jedoch oft schwierig zu sagen. Daran ist nicht nur eine schlechte Datenlage schuld, sondern auch die Schwierigkeit, die Komplexität eines so großen Ökosystems zu verstehen. Es gibt bei Berechnungen oft große Ungewissheiten, die eine regulative Gesetzgebung erschweren.

Doch wieso all das?

Die Menschheit wächst täglich und mit ihr der Bedarf an Nahrung. Weltweit dienen ⅓ der landwirtschaftlich genutzten Flächen dem Futtermittelanbau. Flächen, die verwendet werden können, um die Bevölkerung effizient und direkt mit pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren.

Da Soja viel Eiweiß enthält, wird er gerne für die Mast von Rindern und Schweinen verwendet. 96% des produzierten Sojas landet direkt in der Futtermittelindustrie. Da bis 2050 unsere Bevölkerung weiter wachsen soll, wird davon ausgegangen, dass die Sojaproduktion um 50% zunehmen wird. Einer von vielen Gründen für die Abholzung des Regenwaldes ist es, Platz für diese Futtermittel zu schaffen. Wusstest du, dass der größte Abnehmer von Soja die Europäische Union ist? Der gekaufte Soja landet beinahe komplett in unserer Futtermittelindustrie.

HeiĂźt das nun, dass wir keinen Tofu mehr essen sollen? NatĂĽrlich nicht! Hier sind drei GrĂĽnde, wieso ihr euren Konsum an Soja nicht reduzieren mĂĽsst:

  1. Wenn du Soja-Produkte aus Ă–sterreich oder der EU kaufst, wird fĂĽr deine Sojabohnen kein Regenwald zu Schaden kommen.
  2. Wenn du noch dazu darauf achtest, dass der Soja biologisch ist, kannst du sichergehen, dass landwirtschaftliche Flächen und Biodiversität geschont wurden.
  3. Im Vergleich zu Fleisch benötigt Tofu wesentlich weniger Wasser und hat einen viel geringeren CO₂-Verbrauch. Also zum Tofu, anstatt zum Steak zu greifen, ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung!
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