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Palmöl oder Kokosöl - eine richtige Entscheidung ist (fast) unmöglich?

December 7, 2022

Dass der Anbau von Ölpalmen und die Herstellung von Palmöl zu erheblichen ökologischen und sozialen Problemen führt, ist inzwischen allseits bekannt. Das führt dazu, dass nicht nur immer mehr Menschen, sondern auch Unternehmen nach nachhaltigeren Alternativen für ihre Produkte suchen. Meist folgt dann der Griff zum Kokosöl. Aber ist das auch wirklich umweltfreundlich? Wir haben uns beide Öle genauer angeschaut.

Die Ölpalme, aus der Palmöl gewonnen wird, wächst am besten in den Tropen. Um die weltweite Nachfrage nach Palmöl zu stillen, werden Regenwälder gerodet und durch gigantische Plantagen ersetzt. So wird das wichtige Ökosystem zerstört und der Lebensraum vieler bedrohter Arten geht verloren. Die Einwohner:innen in den Anbaugebieten werden gewaltsam von ihrem Land vertrieben und auch die Ausbeutung von Plantagenarbeiter:innen stellt ein großes Problem dar. Palmöl steht also mehr als zurecht unter Kritik.

Auch die Kokospalme wächst in den Tropen. Sie ist allerdings knapp 5 mal ertragsärmer als die Ölpalme (0,7 t/ha vs. 3,3 t/ha). Bislang findet der Anbau der Kokospalme eher in kleinbäuerlichen Strukturen statt, wodurch der Einsatz von Pestiziden und die großflächige Zerstörung von Regenwald noch nicht so problematisch wie bei der Ölpalme ist. Eine rasant steigende Nachfrage könnte das jedoch verändern. Außerdem profitieren die Bäuerinnen und Bauern kaum vom Anbau der Kokospalmen. Mehr als 60 % leben laut einer Oxfam-Studie unterhalb der Armutsgrenze, obwohl das Öl auf dem Weltmarkt teuer gehandelt wird.

Palmöl macht ungefähr 33 % des weltweiten Pflanzenölverbrauchs aus, Kokosöl dagegen lediglich 1%. Wird immer mehr Palmöl durch Kokosöl ersetzt, würde auch der Anbau von Kokospalmen in umweltschädlichen Monokulturen, für die riesige Flächen an Regenwald abgeholzt werden, stattfinden. Auch die damit verbunden sozialen Probleme wie Landraub und Ausbeutung würden zunehmen.

Kokosöl ist also weder aus einer ökologischen, noch aus einer sozialen Perspektive eine gute Alternative zu Palmöl.

Was du nun tun kannst?

Wir haben eine gute Nachricht für dich: es ist nicht notwendig, komplett auf Palmöl und Kokosöl zu verzichten. Allerdings solltest du Öle generell sparsam verwenden, da dafür große Anbauflächen benötigt werden.

Zusätzlich kannst du darauf achten, nur Produkte mit zertifiziertem Palmöl / Kokosöl zu kaufen.

RSPO - schon mal gehört?

The Roundtable of Sustainable Palm Oil stellt Mindestanforderungen an die Palmölproduktion und soll diese nachhaltiger gestalten. Die Mindeststandards umfassen unter anderem den Schutz besonders schützenswerter Tier- und Pflanzenarten und sollen Kinderarbeit auf den Plantagen verhindern. Fehlende Prüfungen und mangelnde Transparenz führen bei dem Zertifikat jedoch zunehmend zu Kritik. Du kannst zusätzlich zum RSPO Zertifikat auf Bio-Palmölprodukte achten, wo auf chemisch-synthetische Pestizide verzichtet wird oder Palm- und Kokosölfreie Produkte kaufen und somit zum Erhalt von Regenwäldern und Artenvielfalt beitragen.

Dennoch zahlt es sich aus heimische Öle, wie Raps- oder Sonnenblumenöl zu kaufen, die auch nicht so weit reisen mussten.

Achtung: Palm- und Kokosöl sind nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Kosmetik enthalten. Eine Reihe an Inhaltsstoffen werden mit diesen Ölen hergestellt, ohne sie im Namen zu tragen. Informiere dich also am besten, bevor du neue Produkte kaufst.

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