Methodology

Einleitung

Unsere Lebensmittelproduktion ist direkt verantwortlich für einen großen Teil des massiven Biodiversitätsverlustes und der Klimakrise. Des Weiteren tragen wir mit unserer Ernährung zur Ausbeutung von Tieren, Umweltverschmutzung und schlechten Arbeitsbedingungen bei. Die nachfolgenden Zahlen sollen das noch einmal verdeutlichen:

[1]
26%
der globalen Treibhausgas-
emissionen stammen aus der Lebensmittelversorgungskette
[2]
43%
der eis- und wüstenfreien Fläche der Erde sind von der Landwirtschaft bedeckt
[3]
2/3
der Süßwasserentnahme dienen der Bewässerung

Durch die Förderung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern trägst du mit inoqo zum Klimaschutz und einem umweltfreundlicheren Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen bei.

Hintergrund und Methodik

Um dir einen Überblick über die ökologischen und sozialen Folgen deines Einkaufes bieten zu können, greift inoqo auf seriöse Datenquellen und Stellungnahmen von renommierten Experten zurück. Inoqo achtet dabei auf die Unabhängigkeit von Experten und Datenbanken und stellt sicher, dass sie von unabhängigen und renommierten Institutionen stammen.

Um detailliertere Informationen zu Produkten zu erhalten, bedient sich inoqo an Datenbanken wie GS1 sowie weiteren Produktdaten, die von Einzelhändlern und Lebensmittelmarken zur Verfügung gestellt werden. Über diesen Weg erhalten wir Informationen über die Inhaltsstoffe, Allergene, Verpackungen etc. von Lebensmitteln. Diese Daten werden anschließend mit anderen Datenquellen verknüpft, um die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Produkten zu bestimmen. Sofern uns Hersteller die erforderlichen Daten nicht bereitstellen, kommunizieren wir die Auswirkungen auf Basis von "Worst-Case"-Szenarien (z. B. nicht zertifiziertes Palmöl, Eier aus Käfighaltung bei verarbeiteten Produkten etc.) und machen diese Vorgehensweise für unsere Benutzer*innen auch transparent.

CO2-Richtwert

Wenn wir von CO2-Emissionen von Produkten sprechen, meinen wir damit alle Treibhausgasse, welche bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen. Diese werden als CO₂-Äquivalente ausgedrückt.

Zur Abschätzung dieser CO2-Emissionen deiner gekauften Produkte nutzen wir verschiedene renommierte Datenbanken, wie zum Beispiel die Agribalyse Datenbank von Ademe,  sowie einzelne wissenschaftliche Studien und Publikation, wie zum Beispiele dieser hier. Zur Zeit erfolgt diese Abschätzung auf Produktkategorie-Ebene und nicht basierend auf Herstellerspezifischen Eigenschaften. Dadurch können wir schon jetzt den ungefähren CO2-Impact von deinem Einkauf auswerten und dir Tipps zur Verringerung deines ökologischen Fußabdrucks geben. Indem wir deinen CO2-Impact in Vergleich zu den globalen Emissionen sowie den Emissionen eines durchschnittlichen Österreichers setzen, bekommst du ein Gefühl für die Relation deines Impacts.

Um die globale Klimaerhitzung auf 1.5°C (wie im Pariser Klimaabkommen vorgesehen) zu begrenzen, müssen wir unseren persönlichen CO2-Fußabdruck von rund 9 Tonnen pro Person und Jahr [1]  auf 1-2 Tonnen pro Person bis 2040 reduzieren. Das heißt wir müssen unsere Emissionen um ca. 85% bis 2040 senken [2]! Inoqo unterstützt dich mit verschiedenen Informationen und Tipps auf diesem Weg. So kannst du dich mit anderen inoqo Nutzer*innen vergleichen und dir mit inoqo Challenges und CO2-Reduktionsziele für deine Ernährung setzen. Um die Erderhitzung auf 1.5°C zu begrenzen, reicht es jedoch nicht nur die ernährungsbedingten Emissionen zu reduzieren, daher möchten wir Schritt für Schritt dich auch in anderen Lebensbereichen unterstützen. Bis diese Funktionen verfügbar sind, kannst du gerne deinen persönlichen Fußabdruck hier berechnen: https://co2-rechner.at/

[1] According to the “Klimaschutzbericht” (Umweltbundesamt) Austria emits 79 Mio. tons of CO2 (2018). Divided by the Austrian population (8.858.775 people) this equals 8,9 tons of CO2 emissions per person per year.

[2]  Siehe u.a. Diese Studie: Institute for Global Environmental Strategies, Aalto University, and D-mat ltd. 2019. 1.5-Degree Lifestyles: Targets and Options for Reducing Lifestyle Carbon Footprints. Technical Report. Institute for Global Environmental Strategies, Hayama, Japan.

Datenquellen für CO2

Inoqo verwendet unter anderem die nachfolgenden Quellen für die Bewertung der Nachhaltigkeits-Auswirkungen von Produkten:

  • Klimatarier vom IfEU Institut (September 2020)
  • ADEME Bilans GES (September 2020)
  • Agribalyse
Umwelt, Soziales und Tierwohl

Neben Daten zu CO2e liefern wir dir außerdem produktspezifischen Content und Infos, zu beispielsweise folgenden Themen:

  • Tierwohl
  • Verpackung
  • Biodiversität/Artensterben
  • Regionalität und Saisonalität
  • Ressourcenverbrauch
  • Regenwaldzerstörung
  • Soziale Bedingungen
  • Und viele mehr.

Um dir einen möglichst vollständigen Überblick über die ökologischen und sozialen Folgen deines Einkaufes bieten zu können, wühlen wir uns für dich durch den Gütezeichen-Dschungel und ergänzen laufend weitere Informationen zu deinen Produkten basierend auf seriösen Datenquellen und Stellungnahmen von renommierten Experten.
Besonders häufig verwenden wir dabei Studien und Veröffentlichungen von FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), der “Land-schafft-Leben”-Initiative und natürlich die Verordnungen und Standards der einzelnen Gütezeichen direkt.

Wir greifen aber auch häufig auf einzelne, wissenschaftliche Studien oder Veröffentlichungen zurück – woher die jeweilige Information stammt, kannst du gewöhnlicherweise bei den Texten in der App direkt verlinkt sehen.

Besonders umfangreich und gut auch für ein großes Publikum aufbereitet finden wir die nachfolgenden Quellen:

  • Land schafft leben
  • Our World in Data – Sustainability of Food
  • WWF Fisch- und Fleischratgeber
  • WWF zu Palmöl (Herstellerbewertung auf S.18)
  • WWF-Detail-Übersicht zu Fleisch-Labels
  • Einkaufsführer für Schweinefleisch von Tieranwalt.at

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Labels und Gütesiegel

Labels oder Gütesiegel können VerbraucherInnen bei der Auswahl gesunder und nachhaltiger Produkte unterstützen. Sie geben Auskunft über die Qualität der Produkte (im Hinblick auf beispielsweise ökologische, soziale oder gesundheitliche Aspekte) sowie über Produktionsmethoden. Da es mittlerweile jedoch mehrere hundert verschiedene Umweltzeichen, private Labels und Gütesiegel gibt, ist es für KonsumentInnen oft schwierig zu wissen, welchen Labels und Akteuren sie vertrauen können. Inoqo hat sich daher durch den Siegel-Dschungel gearbeitet und extrahiert die Standards, für die ein Label im Detail steht.

Gütezeichen, zu denen wir momentan Informationen zu ausgewählten Produktgruppen ausspielen, sind unter anderem:

  • EU-Bio
  • Demeter
  • Bio Austria
  • AMA-Gütesiegel
  • AMA Bio-Siege
  • RSPO
  • Tierschutz kontrolliert
  • Tierwohl kontrolliert
  • ASC
  • MSC
  • Pole & Line

alls du dir selbst einen Überblick verschaffen möchtest, haben wir dir hier noch ein paar Gütesiegel-Übersichten verlinkt, in denen unterschiedliche Organisationen die Qualität und Glaubwürdigkeit bestehender Gütesiegel evaluiert haben:

  • Global 2000 Gütesiegel-Check
  • Label-Kompass von bewusstkaufen.at
  • NABU Siegelcheck
  • WWF zu Palmöl (Herstellerbewertung auf S.18)
  • Gütezeichen-Übersicht der Arbeiterkammer
  • Label-Info.ch
Ausblick

Derzeit stellt unsere Bewertung nur einen groben Überblick über die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Produkte, auf Basis der uns zur Verfügung stehenden Informationen dar und beinhaltet daher einen gewissen Unsicherheitsfaktor.
Wir arbeiten jedoch bereits an einer Impact Estimator Technologie (Auto-LCA), um in Zukunft produktspezifische Informationen (u.a. von Herstellern) zu berücksichtigen.
Eine LCA (life cycle analysis) ist eine Lebenszyklusanalyse, mit welcher man die Umweltauswirkungen (z.B. CO2) eines Produktes misst. Diese systematische Analyse der ökologischen Auswirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges bezeichnet man auch als Ökobilanz. Mithilfe von Ökobilanzen kann der ökologische Impact von Produkten transparenter und vergleichbarer gemacht werden. Mit unserem Impact Estimator wollen wir die verschiedenen Prozesse und Lebensphasen wie Produktion, Transport, Lagerung, Nutzung und Entsorgung betrachten, um so den ökologischen Fußabdruck von Lebensmitteln noch genauer abschätzen zu können. Gleichzeitig können Ökobilanzen auch als Entscheidungshilfe für Produzenten dienen, um diese bei der Reduktion der Umweltauswirkungen ihrer Produkte zu unterstützen.

Voraussichtlich im Herbst 2021 planen wir einen ersten Prototypen entwickelt zu haben, welchen wir mit Wissenschaftler*innen und Lebensmittelproduzenten testen möchten.

Disclaimer

Wir beziehen unsere Daten aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Quellen, die in unterschiedlichen Zeitabschnitten upgedatet werden. Manchmal müssen unvollständige Datenbanken auch manuell nachrecherchiert und vervollständigt werden. Wir machen unsere Arbeit nach bestem Wissen, aber irren ist menschlich - und kann auch bei uns einmal vorkommen. Wir hoffen deswegen auf dein Verständnis und bitten dich, uns bei fragwürdigen Informationen zu kontaktieren, damit wir die Angabe prüfen und gegebenenfalls berichtigen können. Um fehlerhafte, unvollständige oder fragwürdige Angaben zu melden oder für allgemeine Rückfragen zur Methodik, sende uns bitte eine E-Mail an support@inoqo.com. Für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der angebotenen Informationen sowie für externe Inhalte, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird, wird keine Haftung übernommen.

Doris Wimmer
Head of Research
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